WIE ALLES IN DER NORMANDIE BEGANN.
Vor fünf Jahren machte ich Urlaub in der Normandie und probierte dort zum ersten Mal handwerklich hergestellten Cidre.


Für mich war es eine Offenbarung. Der Cidre war fruchtig, nicht zu sauer, mit Tiefe und Länge im Mund. Kein Vergleich zu dem, was man hierzulande oft als „Cidre“ kennt.

Der nächste Gedanke war: Warum gibt es sowas eigentlich nicht bei uns ? Wir haben doch so viele Streuobstwiesen und eigene charakterstarke Sorten ?!

Zurück aus dem Urlaub legte ich natürlich direkt los: Kann ja nicht so schwer sein. Saft pressen, vergären, abfüllen und zack, fertig. Und ich flog voll auf die Schnauze. Ich konnte erstmal alle Tanks auskippen, weil sie alle Fehltöne hatten.
Zu gleicher Zeit knüpfte ich Kontakt zu einem alten Studienkollegen aus Ditzingen: Urs Renninger. Er hatte das Cidre-Handwerk in Frankreich bei Lyon in einer kleinen Cidrerie gelernt und übertrug das Wissen auf die bei ihm wachsenden schwäbischen Streuobstsorten. Er wurde in den nächsten Jahren mein Mentor und wichtigste Anlaufstelle für alle Fragen, die ich zum Thema Cidre hatte.





Über die Jahre legte ich eine steile Lernkurve hin was Sortenkenntnisse, Ausbau des Cidres im Keller und Sensorik anbelangt. Beim größten Cider Wettbewerb in Europa (SISGA in Asturien) räumte ich direkt eine Goldmedaille, 5 Silbermedaillen und eine Bronze ab.

Inzwischen ist die Herstellung von Cidre mein ganz großes Herzensprojekt, das sich weiterentwickelt und viele weitere spannende Cidre und Streuobstwiesen hervorbringen wird.